Auftrag für die Kunst?

Die Schriftstellerin Heike Geißler wurde im Rahmen des Jahresprojekts >Auftrag für die Kunst?< von der GfZK mit einer Postkartenserie beauftragt.
Wer vergibt heute (überhaupt noch) einen Auftrag an Kunst und KünstlerInnen? Wie viel Freiheit braucht Kunst? Wie steht es mit ihrer gesellschaftlichen Verpflichtung? Oder darf Kunst nur sich selbst verpflichtet sein? Welche Aufgaben haben Kunstinstitutionen? Diese und ähnliche Fragen stellt sich die Galerie für Zeitgenössische Kunst 2010. Das Programm widmet sich dem gesellschaftlichen Auftrag von Kunst bzw. ihrer Institutionen im Spannungsfeld zwischen Autonomie, gesellschaftlichem Gestaltungsanspruch und Vereinnahmung. Im Vordergrund steht der gesellschaftliche Stellenwert von Kunst, von KünstlerInnen und Kunstinstitutionen. In verschiedenen Modulen, die als Fragestellung und nicht als Schlussfolgerung zu verstehen sind, wird jeweils ein Fokus auf mögliche Aufgaben der Institution als Mittlerin zwischen künstlerischen Agenden und gesellschaftlichen Anforderungen gelegt. Da sich letztere nicht auf das Feld der Kunst beschränken, handelt es sich um einen interdisziplinären Ansatz: Kunst verbindet sich unter anderem mit Bildungsfragen, Ökonomie und auch mit Kulturpolitik.
Einen besonderen Schwerpunkt stellt 2010 das Projekt „Neue Auftraggeber“ dar: Gruppen, die ein Interesse an Kunst haben, artikulieren ihre Erwartungen an Kunst und KünstlerInnen und tragen diese an die Galerie für Zeitgenössische Kunst heran. Dabei kann es sich um Vereine, ArbeitskollegInnen, DorfbewohnerInnen etc. handeln. Die Institution nimmt dann die Rolle des Mediators an und schlägt einen Künstler oder eine Künstlerin für die jeweilige Aufgabe vor. Der Künstler bzw. die Künstlerin entwickelt Vorschläge und bringt seine/ihre Interessen und professionellen Erfahrungen ein. Im Idealfall lernen sich die PartnerInnen nicht nur wechselseitig besser kennen; sie tauschen ihre Erwartungen und Vorstellungen aus und widmen sich gemeinsam der Realisierung eines Anliegens.
Modul: Das Museum als Partner?
Unter >Das Museum als Partner?< werden Kooperationsformen zwischen Privaten und der GfZK, die ideelle und monetäre Dimensionen gleichermaßen umfassen, erprobt. Dabei werden Fragen nach dem Verhältnis von öffentlichen und privaten Interessen gestellt.
Modul: Das Museum als Mediator?
Unter >Das Museum als Mediator?< wird zwischen künstlerischen Positionen und heterogenen Publikumsinteressen vermittelt und danach gefragt, welche strukturellen und programmatischen Voraussetzungen geschaffen werden müssen, damit das Museum überhaupt als Mediator fungieren kann
Modul: Das Museum als Korrektiv?
Unter dem Stichwort >Das Museum als Korrektiv?< werden Um- bzw. Neubewertungen von künstlerischen Positionen vorgenommen und Debatten über Kriterien des Sammelns von Kunst sowie über verschiedene Konzepte von Qualität geführt. Dabei wird auch und vor allem nach der Definitionsmacht des Museums gefragt.
Modul: Das Museum als Förderer?
>Das Museum als Förderer?< adressiert die fördernde Rolle der Institution, vor allem in Bezug auf den künstlerischen und kuratorischen Nachwuchs. Dieser Punkt umfasst jedoch auch die Förderung eines gesellschaftlichen Verständnisses von Kunst.
Modul: Das Museum als Unternehmer?
Der Modul >Museum als Unternehmer?< widmet sich den Geschäftsbetrieben des Museums, wie etwa Buchladen, Museumsshop, Hotel und Café und diskutiert dabei alternative Konzepte des Wirtschaftens. Modul: Das Museum als Erzieher? >Das Museum als Erzieher?< untersucht die Möglichkeiten kultureller Bildung unter besonderer Berücksichtigung der Kinder- und Jugendarbeit und fragt danach, inwieweit das Museum an (s)einen tradierten Bildungsauftrag anschließen kann und inwieweit es selbst in der Lage ist, neue Bildungsansätze zu entwickeln.
Video: atelier le balto >Der Garten als Ausdrucksform< (19.06.2010)
Audio: Wer braucht schon Kunst? Versuch einer kulturpolitischen Vision. (10.06.2010)
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