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Galerie für Zeitgenössische Kunst
Karl-Tauchnitz-Straße 9-11
D-04107 Leipzig

Büro 0341 - 140 81 0
Kasse 0341 - 140 81 26
Fax 0341 - 140 81 11
Email office@gfzk.de

Öffnungszeiten
Di-Fr 14:00-19:00
Sa-So 12:00-18:00
Beide Ausstellungshäuser sind barrierefrei.

Eintrittspreise
GfZK-1, GfZK-2: 5€/3€
GfZK-1 + GfZK-2: 8€/4€

Modul: Das Museum als Moderator?
Unter >Das Museum als Moderator?< wird zwischen künstlerischen Positionen und heterogenen Publikumsinteressen, aber auch zwischen öffentlichen und privaten Interessen vermittelt. Vor dem Hintergrund eines zunehmend ausdifferenzierten Publikums bzw. einer wachsenden Entfremdung zwischen Publikumsgruppen und einer Mehrheit der KünstlerInnen erhält Moderation einen wichtigen Stellenwert in künftigen Museumskonzeptionen. Vor allem geht es um die Frage, welche strukturellen und programmatischen Voraussetzungen geschaffen werden müssen, damit das Museum überhaupt als Moderator fungieren kann. Im Mittelpunkt dieses Moduls steht das Programm >Neue Auftraggeber<.

Im Rahmen des Jahresprogramms der GfZK 2010 soll eine Auswahl französischer Projekte unter dem Titel >Nouveaux commanditaires en France< in Leipzig vorgestellt und gemeinsam mit dem Kultur- und Pilgerverein Kleinliebenau e.V. und dem >atelier le balto< ein sächsisches Pilotprojekt in Kleinliebenau gestartet werden. Eine Ausstellung vom >atelier le balto< führt in deren Arbeiten ein.

Nouveaux Commanditaires en France

17.04.2010 - 13.06.2010

Kuratiert von Alexander Koch, Ilina Koralova, Barbara Steiner

KünstlerInnen: Studio Acconci, Steven Gontarsky, Tadashi Kawamata, Michelangelo Pistoletto, Alain Séchas, David Artaud and Xavier Veilhan,Rémy Zaugg

Le Monstre der Anlieger mit Xavier Veilhan, Tours (Frankreich), Foto: Eternal Network

Im Jahr 1991 wurde in Frankreich erstmals ein Programm erprobt, das die zeitgenössische Kunst neu in der Gesellschaft verankern sollte: die >Nouveaux commanditaires< (>Neue Auftraggeber<). Von dem belgischen Künstler François Hers initiiert und von der Fondation de France unterstützt, stellt dieses Programm eine Struktur bereit, die es potenziell jedem erlaubt, Initiator und Auftraggeber eines Kunstprojektes zu werden – unabhängig von den eigenen finanziellen Mitteln, von vorangegangenen Erfahrungen mit der Kunst oder von dem Wissen, wie man Kunst eigentlich >produziert<. Seit 1991 wurden mehr als 200 Projekte mit über 800 Partnern und einem Finanzvolumen von rund 30 Millionen Euro realisiert – alle aufgrund der Initiative einzelner Bürgerinnen und Bürger, die ein Anliegen hatten, dem sie durch ein Kunstwerk Ausdruck verleihen wollten. Heute sind die >Neuen Auftraggeber< zu einem europäischen Programm herangewachsen, seit 2009 gibt es sie auch in Deutschland. Die Ausstellung zeigt sieben Projekte der >Nouveaux Commanditaires< in Frankreich aus der Zeit von 1993 bis 2007. Sie demonstriert dabei die Methode des Programms: Warum wünschen sich Menschen ein Kunstwerk? An wen richten sie diesen Wunsch? Wie finden sie die richtigen Künstlerinnen und Künstler? Skizzen, Modelle und Werkbeispiele, Dokumentarfilme und Texttafeln zeichnen nach, wie künstlerische Werke von internationalem Rang in einem sozialen Produktionsprozess entstehen, der das Verhältnis von Kunst und Öffentlichkeit auf neue Füße stellt.

Die Ausstellung ist Teil des Jahresprogramms der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig. Unter dem Titel >Ein Auftrag für die Kunst?< soll gefragt werden, wie es um den gesellschaftlichen Auftrag der Kunst und ihrer Institutionen steht. Wie nehmen diese heute zwischen Autonomie, Vereinnahmung und Partizipation an der Gestaltung des sozialen Lebens teil? Wer ist ihr Auftraggeber? Welche Erwartungen richten sich an sie? Die Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig möchte zu einer offensiven, öffentlichen Diskussion über den gesellschaftlichen Stellenwert der Kunst und ihrer Institutionen beitragen.

Vor diesem Hintergrund nimmt das Modell der >Neuen Auftraggeber< eine Schlüsselposition im Jahresprogramm der GfZK ein. Sie ist eine von sechs deutschen Institutionen, die 2010 in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung in einer Pilotphase >Neue Auftraggeber<-Projekte durchführen, um das Programm in Deutschland vorzustellen und zu etablieren. Neben der GfZK nehmen der Hartware-Kunstverein Dortmund, das Künstlerhaus Stuttgart, die ACC-Galerie Weimar, der Brandenburgische Kunstverein Potsdam und die Deichtorhallen Hamburg an der Pilotphase teil. Die Kurator/innen der Ausstellung, Ilina Koralova und Barbara Steiner, sind selbst Mediatorinnen des Programms, Alexander Koch ist Vorsitzender der >Neuen Auftraggeber< in Deutschland.

www.newpatrons.eu

Mit der Unterstützung von:
FONDATION DE FRANCE

Die Stiftung Galerie für Zeitgenössische Kunst wird durch die Stadt Leipzig, das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst und den Förderkreis der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig gefördert. Ferner unterstützt die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen das Jahresprogramm 2010 >Auftrag für die Kunst?<